Wasser schützen heißt Natur schützen: Seen, Moore und Flüsse sind unsere Wasserspeicher

16. Juli 2025 | Flüsse & Gewässer, Moore, Wasser, Landwirtschaft, Landespolitik

+++ BUND SH fordert Wassermanagementkonzepte in jedem Einzugsgebiet +++ Mehr Trinkwasserschutzgebiete und pestizidfreie Randstreifen notwendig +++ Renaturierte Seen, Moore und Auen als natürliche Wasserspeicher und Filter +++ Kontrolle von Wasserentnahme und faire Abgaben für Wasserverbrauch +++

 (Pixabay)

Kiel. Verpflichtende und nachhaltige Wassermanagementkonzepte für alle Flussgebiete fordert der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland, Landesverband Schleswig-Holstein e. V. (BUND SH) von der Landesregierung. Nur so kann sichergestellt werden, dass Schleswig-Holstein auch in Zeiten der Klimakrise mit Dürren und Starkregen genug sauberes Wasser hat. 

„Wenn wir jetzt in den natürlichen Wasserschutz investieren, sichern wir unser Trinkwasser und die Artenvielfalt für die Zukunft“, betont Franziska Eggers, Autorin einer Stellungnahme des BUND SH zum landesweiten Wassermanagement. Sie erklärt weiter: „Naturnahe Seen, Moore und Fluss-Auen sind Wasserspeicher – sie speichern Wasser wie ein Schwamm und geben es in Trockenzeiten langsam wieder ab. Außerdem sind renaturierte Gewässer unverzichtbar für die biologische Vielfalt.“ Sowohl die Klimakrise als auch die Biodiversitätskrise machen es notwendig, Wasser in der Landschaft zurückzuhalten. Andreas Scholl, Co-Autor der Stellungnahme, ergänzt: „Wasser darf nicht mehr so schnell über Gräben und Drainagen abgeleitet werden. Außerdem müssen wir dafür sorgen, dass weniger Nähr- und Schadstoffe im Wasser landen.“ 

Anlass für die Stellungnahme war die Anhörung zu den wichtigen Fragen der Gewässerbewirtschaftung in den Flussgebietseinheiten Eider, Elbe und Schlei-Trave. Sie ist Teil der Umsetzung der EU-Wasserrahmenrichtlinie (WRRL). Diese verpflichtet die Mitgliedsstaaten dazu, ihre Gewässer bis 2027 in einen guten ökologischen und chemischen Zustand zu bringen. Zurzeit ist jedoch nicht absehbar, dass sich bis 2027 der Zustand der Gewässer in Schleswig-Holstein verbessert. 

„Die Hälfte der Wertbiotope in Schleswig-Holstein ist bereits verschwunden, viele Arten verlieren ihren Lebensraum durch ausgetrocknete Moore. Auen sind in Schleswig-Holstein kaum noch zu finden. Wassermangel ist einer der Hauptgründe dafür, dass hier im nördlichsten Bundesland wertvolle Lebensräume verloren gehen“, sagt Bini Schlamann, Agrar- und Biodiversitätsreferentin des BUND SH. Sie erinnert damit an das verheerende Ergebnis der landesweiten Biotopkartierung, der „Inventur der Natur“. Darum fordert der BUND SH, auch kleine Teiche und Bäche in die WRRL aufzunehmen, Pufferstreifen von 18 Metern an Gewässern von Pestiziden freizuhalten und mindestens zehn neue Trinkwasserschutzgebiete auszuweisen. 

Um diese Maßnahmen zu finanzieren, sollen nach dem Verursacherprinzip Industrie und Landwirtschaft über höhere Wasserentnahme-Abgaben stärker an den Folgekosten von Wasserverbrauch und -aufbereitung beteiligt werden. 

Eine einfache Maßnahme ohne Kosten nennt der BUND SH in seiner Wassermanagement-Stellungnahme: Wo es in Absprache mit den Betroffenen vor Ort möglich ist, sollten alte Drainagen nicht weiter instandgehalten werden. Dazu müssten die Satzungen der Wasser- und Bodenverbände entsprechend geändert werden, denn sie verpflichten zurzeit noch zur Instandhaltung und Reparatur. Außerdem fordert der Naturschutzverband, die Ziele der Wasserrahmenrichtlinie wie Klimaanpassung und ökologischen Gewässerschutz in die Satzungen der Wasser- und Bodenverbände aufzunehmen. 

Kontakt für weitere Informationen
Bini Schlamann
Referentin Agrar und Biodiversität
0176 60365296
bini.schlamann(at)bund-sh.de

Pressekontakt
Sina Clorius
0179 2630518
sina.clorius(at)bund-sh.de

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