Die diskutierte Mittelstreichung für die Biotopkartierung wird von der Landesvorsitzenden des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland in Schleswig-Holstein Dr. Claudia Bielfeldt auf das Schärfste verurteilt. „Es ist erschreckend zu sehen, dass Herr Günther einerseits der Landesregierung vorwirft der Zukunft aus dem Weg zu gehen, die CDU aber gleichzeitig offenbar kein Interesse daran hat, Schleswig-Holstein auch in Zukunft als Lebensraum für Mensch und Tier zu erhalten. Die Biotopkartierung liefert unerlässliche Datengrundlagen, um die Gefährdung unserer Heimat bewerten und effektiven Schutz organisieren zu können.“ so Bielfeldt.
Da die Biotopkartierung durch europarechtliche Vorgaben zwingend vorgeschrieben ist, läuft das Begehren der CDU hier ins Leere. Die vorhandenen Daten aus den 1990ern sind veraltet oder unvollständig. Die Landesregierung gab im Jahr 2014 1,7 Millionen Euro für den ersten Teil einer landesweiten Biotopkartierung aus. Bis 2019 sind weitere Ausgaben geplant.
Die CDU-geführte Bundesregierung hat 2007 die Nationale Strategie zur biologischen Vielfalt verabschiedet, die Naturwälder vorschreibt. Die Ausweisung eben dieser Naturwälder als Verschwendung zu kritisieren, steht dazu im deutlichen Widerspruch. „Besonders unangemessen ist es, dann auch noch Naturwälder gegen Polizei oder Hochschulen auszuspielen. Sicherheit und Bildung sind hohe Güter, die Erhaltung unserer Lebensgrundlagen aber auch“, ergänzt Diplom-Biologe Tobias Langguth, Referent für Naturschutz beim BUND Schleswig-Holstein.
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Tobias Langguth, Diplom-Biologe, Referent für Naturschutz, BUND Schleswig-Holstein
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