Inhalt
Eine genauere Überwachung (Monitoring) von Nord- und Ostsee fordert der BUND SH in seiner Stellungnahme zur Aktualisierung des Maßnahmenprogramms gemäß §45h WHG für die deutschen Meeresgewässer in Nord- und Ostsee (3. Berichtszyklus) in Umsetzung der EU Meeresstrategie-Rahmenrichtlinie.
Dabei fordert der Verband, die Kumulation und Wechselwirkungen verschiedener Belastungen zu beachten. Schifffahrt, Offshore-Nutzungen, Fischerei, Militär, Altlasten, CCS-Technologie, stoffliche Einträge, Unterwasserschall, Veränderungen des Meeresbodens und klimabedingte Veränderungen können sich räumlich und zeitlich überlagern und in ihrer Wirkung gegenseitig beeinflussen.
Klimawandelbedingte Veränderungen sollten systematischer in die Zustands- und Wirkungs-prognose einbezogen werden. Für Nord- und Ostsee sind insbesondere Veränderungen der Wassertemperatur, der Schichtung und Durchmischung, der Strömungsverhältnisse sowie der Sauerstoffverhältnisse und daraus resultierende Veränderungen von Arten und Lebensräumen relevant.
Bei den stofflichen Einträgen sollte transparenter dargestellt werden, welche relevanten Schadstoffe und Stoffgruppen erfasst werden und wie mit Erfassungslücken umgegangen wird. Dies betrifft insbesondere Stoffgruppen, für die keine ausreichenden oder räumlich repräsentativen Daten vorliegen oder deren Umweltrelevanz aufgrund neuer Erkenntnisse neu zu bewerten ist, zum Beispiel PFAS (Poly- und perfluorierte Alkylsubstanzen).
Außerdem sollte konkreter dargestellt werden, wie Auswirkungen auf den großräumigen Vogelzug bewertet werden. Bei zunehmender Offshore-Nutzung und Ausweitung militärischer Übungsbereiche können kumulative Barriere- und Kollisionsrisiken für den Vogelzug sowie Stör- und Verdrängungs-wirkungen auf See- und Rastvögel entstehen. Auf Programmebene sollte deshalb betrachtet werden, wie Wanderkorridore für Zugvögel funktionsfähig bleiben können.
Schönheit der Meere bewahren
Wir leben im Land zwischen den Meeren. Nord- und Ostsee sind stark bedroht. Der BUND setzt sich mit Aufklärungsarbeit, politischen Forderungen, Kooperationen und Kampagnen für Meere und Küsten ein.