BUND-Forderungen zum Bau von Rechenzentren:
- Energieversorgung vollständig aus erneuerbaren Energien, ohne Atomstrom
- Nutzung der Abwärme als unbedingtes Standortkriterium
- Sparsamster Wasserverbrauch bei der Kühlung durch Kreislaufsysteme
- Strikte Anwendung der Naturschutzgesetze: Vorrang für Natur-, Flächen-, Boden- und Wasserschutz
- Fachgerechtes Recycling des anfallenden Elektroschrotts in Deutschland
- Keine Kostenverlagerung auf die Allgemeinheit, volle Übernahme der Infrastrukturkosten durch die Betreiber
- Transparente Öffentlichkeitsbeteiligung
- Demokratisch legitimierte Betreiberstruktur
- Verantwortliche Landespolitik: fachlich fundierte landesweite Steuerung statt ungesteuerter Einzelprojekte
Rechenzentren: Raumverträglich, ökologisch verantwortbar und standortgerecht
Rechenzentren sind das Rückgrat der digitalen Infrastruktur. Man unterscheidet zwischen klassischen Rechenzentren und Hyperscalern – riesigen Anlagen großer Tech-Konzerne wie AWS, Microsoft Azure oder Meta, die etwa für KI-Anwendungen genutzt werden. Ihr Energiebedarf reicht von wenigen Megawatt (klassische Rechenzentren) bis zu mehreren Hundert Megawatt (Hyperscaler). Sie können der Wirtschaft, Verwaltung, Forschung, Kommunikation und dem Gemeinwohl dienen. Da sie im öffentlichen Raum stehen und zur kritischen Infrastruktur gehören, ist es wichtig, Bauprojekte für die Daseinsvorsorge von rein kommerziellen Investitionen zu trennen.
Schleswig-Holstein ist bisher kein IT-Knotenpunkt. Doch vermeintlich niedrige Flächenpreise, zur Verfügung gestellte Grundstücke, geplante neue Stromleitungen und Umspannwerke und die Erzeugung von CO2-neutralem Strom aus Wind- und Solaranlagen, der die meiste Zeit im Jahr die Stromnachfrage übersteigt, machen das Land zu einem potenziellen Standort für Rechenzentren und Hyperscaler.