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BUND-Landesverband Schleswig-Holstein e.V.

Elbvertiefung: Gedanken eines Freiwilligen im ökologischen Jahr

10. Oktober 2019 | Flüsse & Gewässer

Unter Polizeischutz und lauten Pfiffen der Demonstrant*innen steigt Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) auf die „Sheldt River“, ein modernes Saugbaggerschiff. Per Knopfdruck senkt sich der Saugbagger in die Elbe und beginnt mit den Arbeiten der neunten Elbvertiefung.

Es herrscht allseits zufriedene Stimmung auf dem Schiff. Doch was wird da eigentlich von Politik und Wirtschaft als Meilenstein der Elbschifffahrt gefeiert?: Die Elbvertiefung. Die Unterelbe wird unter enormen finanziellen Aufwand ausgebaggert, um den immer größer werdenden Containerschiffen eine sichere Fahrrinne zu bieten. Außerdem will die Stadt Hamburg mit ihrem Hafen konkurrenzfähig zu weiteren Seehäfen in der Nordsee bleiben. Die Seehäfen von Deutschland und den Niederlanden gelten als die Drehscheibe für den europäischen Handel und stehen im ständigen Wettbewerb miteinander.

Elbvertiefung = Notwendigkeit?

Ist die Elbvertiefung also alternativlos? Keinesfalls! Und es muss überdacht werden, ob aus reinen Profitgründen jeder Schaden an der Natur in Kauf zu nehmen ist. Auch die größten Containerschiffe könnten problemlos in Deutschland anlegen, nur eben nicht in Hamburg. Der 2012 in Betrieb genommene Jade-Weser-Port (JWP) ist der einzige Tiefwasserhafen in Deutschland und trotzdem liegt er in puncto Auslastung noch weit unter seinen Möglichkeiten. Auch in Zukunft kommt der JWP bei immer größer werdenden Schiffen ohne Baggerarbeiten aus. Eine bereits viel diskutierte Kooperation der norddeutschen Häfen würde es erlauben, dass die Stadt Hamburg größere Schiffe im JWP anlegen lässt. Die Hansestadt an der Elbe würde ihren Titel als Hafenstadt nicht verlieren, der Hamburger Hafen wäre trotzdem gut ausgelastet und profitabel. Lediglich die ganz großen Schiffe mit über 13 Meter Tiefgang laufen nicht in mehr in die Elbe ein.

Endloses Wachstum zu Lasten der Natur und Umwelt!

Die Vertiefung und Verbreiterung der Fahrrinne auf ca. 19 Meter mit sogenannten Saug- und Tieflöffelbaggern ist fatal für das sowieso schon stark belastete Ökosystem der Unterelbe. Die gesamte Flora und Fauna des Gewässergrunds wird umgepflügt und zusammen mit dem Schlick und Sand wieder verklappt. Dass dies massive und irreparable Schäden verursacht, nicht nur für die Natur, sondern auch für den Menschen, der von und mit der Elbe lebt, wird von Politik und Wirtschaft ignoriert. Fischer bemängeln, dass sie kaum noch vom Fischfang in der Elbe leben können. Die Stintpopulation ist massiv eingebrochen, was unter anderem am sinkenden Sauerstoffgehalt der immer trüber werdenden Elbe liegt. Kleinere Elbhäfen haben verstärkt mit dem verdrifteten Schlick aus der Fahrrinne zu kämpfen. Der gehobene Schlick wird durch die Gezeitenströmung in die angrenzenden Gewässer und Hafenbecken gespült. Nun fällt für die Gemeinden jedes Jahr eine kaum bezahlbare Entsorgung an.

Der BUND und die Elbe

Konsequenterweise hat der BUND nie aufgehört, über das Unrecht, das dem Ökosystem der Elbe angetan wird, zu informieren und sich öffentlich gegen ähnliche Eingriffe in die Natur positioniert. Trotz jahrelangen Kämpfen seitens der Umweltverbände - neben dem BUND auch der NABU und WWF - konnte die Elbvertiefung auf dem Klageweg letztlich nicht verhindert werden. Trotzdem gibt es keinen Grund aufzugeben, im Gegenteil! Wir werden wichtiger denn je und wir sind auf die Arbeit vieler Freiwilliger angewiesen.

Engagiert euch mit uns im BUND-Schleswig-Holstein, viele interessante Informationen zum Thema findet ihr auch auf der Website des BUND-Hamburgs. Umwelt- und Klimaschutz ist unsere Pflicht und wir müssen ihr egal wo nachkommen, mit allem was in unserer Macht steht.

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