„Die Art und Weise, wie wir unsere Nahrung heutzutage erzeugen, ist zugegeben höchst effizient. Dies ist aber nur eine Seite der Medaille. Für unsere billigen Lebensmittel zahlen wir einen hohen Preis: ausgebeutete Erzeuger, mit Nitrat verseuchte Gewässer, ein völlig ungebremstes Artensterben und jede Menge Tierleid in den Ställen, um nur einige Beispiele zu nennen“, erläutert Tobias Langguth, BUND-Naturschutzreferent. „Schon jetzt zeichnet sich weltweit ab, dass diese hohen Erträge, die der Natur mit technischem Höchstaufwand entrissen werden, nicht mehr lange zu halten sein werden. Die Böden sind ausgelaugt, die Ökosysteme fast irreparabel beschädigt – wenn wir den Trecker jetzt nicht Richtung Agrarökologie rumreißen, dann ist es bald zu spät“, so Langguth weiter.
Jährlich findet parallel zur Grünen Woche in Berlin die Demonstration „Wir haben es satt!“ statt. Erstmals wurde dieses Jahr auch in Kiel mit der heutigen Kundgebung ein Zeichen für fairen Handel und nachhaltige Landwirtschaft gesetzt. Untersuchungen des Umweltbundesamtes und des Bundesumweltministeriums hatten erst in den vergangenen Tagen erneut illustriert, dass die konventionelle Landwirtschaft und der hohe Konsum an Fleisch- und Milchprodukten einer der Gründe für nitratbelastete Gewässer und steigende Treibhausgasemmissionen ist.
„Die aktuelle Marschrichtung in der Landwirtschaft ist immer noch ‚wachse oder weiche‘“, erklärt Julian Doms vom BUND-Landesverband Schleswig-Holstein. „Das Ergebnis sind nur Verlierer: Die Landwirte durch niedrige Preise und Betriebsschließungen, die Natur durch das fortschreitende Artensterben und die Nutztiere durch nicht artgerechte Haltungsbedingungen und Zuchtziele. Das wollen wir als Verbraucher nicht mehr länger unterstützen“, so Doms weiter. „Wir brauchen jetzt eine Agrarwende – für die Tiere, für die Natur aber vor allem auch für die Landwirte, die unter unserem aktuellen System kaputt gehen. Wir fordern deshalb von der Landes- und Bundesregierung eine Beendigung der umweltschädlichen Direktzahlungen und einen Umstieg auf ein System, welches öffentliche Gelder nur für öffentliche Leistungen bereitstellt und nachhaltige wirtschaftende Betriebe langfristig am Leben erhält“, schließt Doms ab.
„Wir haben es satt!“-Demonstration: www.wir-haben-es-satt.de
Fotos: Eine Auswahl von Motiven können Sie zum Abdruck hier runterladen: https://flic.kr/s/aHskPLznGr
Bildnachweis: BUND/Anne-Lena Cordts
Pressekontakt:
Julian Doms, BUND-Freiwilligenmanagement (für organisatorische Fragen)
Tel. 0431 660 60 70, E-Mail julian.doms@bund-sh.de
Leana Frisch, BUNDjugend
Tel. 0431 660 60 20, E-Mail leana.frisch@bundjugend-sh.de
Tobias Langguth, BUND-Naturschutzreferent (für inhaltliche Fragen)
Tel. 0431 66060 51, Mobil 0170 43 62 360, E-Mail tobias.langguth@bund-sh.de