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BUND-Landesverband Schleswig-Holstein e.V.

Vogelschlag – Glas als tödliche Vogelfalle

Nach der Lebensraumzerstörung ist der tödliche Vogelschlag an Scheiben eines der größten Vogelschutzprobleme in Deutschland.

Glasflächen mit freier Durchsicht auf die dahinterliegende Landschaft (z. B. Wintergärten und Lärmschutzwände) oder große spiegelnde Glasfassaden sind gefährlich für Vögel, weil sie diese nicht als Hindernisse wahrnehmen können. Beim Abprall sterben die meisten Tiere an Gehirnerschütterung, Genickbruch oder inneren Verletzungen. Nach der Lebensraumzerstörung ist der tödliche Vogelschlag an Scheiben eines der größten Vogelschutzprobleme in Deutschland.

Vogelschutz-Problematik

Laut Schätzungen verenden an einer großen Glaskonstruktion jährlich bis zu 200 Vögel. Nicht alle Vögel sterben direkt bei der Kollision mit  den Glasflächen. Viele scheinen zunächst unverletzt, gehen dann aber qualvoll an inneren Verletzungen ein. Fast alle Vogelgruppen sind betroffen, darunter auch seltene und bedrohte Arten. 

Glasfronten und Fenster bergen zwei Gefahren:

  1. Durch seine Transparenz wird Glas von Vögeln nicht als Hindernis wahrgenommen.
  2. Durch die Reflexion einer Glasscheibe wird die umliegende Landschaft wiedergespiegelt. Diese Spiegelung wird von Vögeln als attraktives Flugziel wahrgenommen, so dass sie ungebremst gegen die Glasflächen fliegen.

Je attraktiver die Umgebung, desto besser ist die Illusion für Vögel, z. B. durch umliegende Bäume oder einen üppigen Pflanzenwuchs im Wintergarten. In einer vegetationsreichen Umgebung muss man den Vogelschutz daher besonders beachten. 

Vorbeugung von Vogelschlag

Um Vogelschlag effektiv vorzubeugen, sollten mögliche Gefahren am besten schon während der Planungs- und Bauphase von Gebäuden vermieden oder minimiert werden.

Nutzen Sie Alternativen:

  1. geripptes, geriffeltes, eingefärbtes oder bedrucktes Glas (z. B. Punktraster mit einer Bedeckung von mindestens 25 Prozent)
  2. reflexionsarmes Glas (Reflexionsgrad maximal 15 Prozent)
  3. Milchglas, Glasbausteine oder andere undurchsichtige bzw. semitransparente Materialien
  4. mit Sprossen unterteilte Fenster
  5. Oberlichter statt seitliche Fenster
  6. Nach außen geneigte Glasflächen (anstelle eines rechten Winkels)

Nachträglicher Schutz:

Bereits vorhandene Glasflächen an Gebäuden sollten für Vögel besser sichtbar gemacht werden. Dabei sollte man darauf achten, dass:

  1. nur flächig aufgebrachte, kontrastreiche Markierungen den nötigen Schutz bringen
  2. senkrechte, etwa 2 Zentimeter breite Klebestreifen im Abstand von höchstens 10 Zentimeter am wirkungsvollsten sind
  3. Markierungen möglichst auf der Außenseite von Scheiben angebracht werden sollten
  4. handelsübliche schwarze Greifvogel-Silhouetten keine Wirkung erzielen

Wirkungslose Greifvogel-Silhouetten auf Glasflächen

Viele Menschen glauben, dass die vielerorts sichtbaren Greifvogel-Silhouetten Vögel davon abhalten gegen eine Scheibe zu fliegen. Doch das ist falsch, da viele Vögel trotzdem neben der aufgebrachten Markierung gegen die Scheibe prallen und dabei meist tödlich verenden. Sie erkennen also die schwarzen Greifvogel-Aufkleber weder als potentielle Fressfeinde, noch die ganze Scheibe als Hindernis.

Die „Handflächenregel“ für Markierungen erklärt, warum schwarze Greifvogel-Silhouetten keinen Schutz vor Vogelschlag bieten: Bei der Sicherung von Glas durch Markierungen sollten freibleibende Glasflächen kleiner als 10 Zentimeter im Durchmesser (entspricht etwa der Handfläche eines Menschen) sein. Vögel sind daran angepasst, sich im dichten Geäst zu bewegen. Bei einem größeren Abstand der Markierungen würden sie deshalb durch die vermeintlichen Öffnungen fliegen und trotz der Sicherungsmaßnahmen mit der Glasfläche kollidieren. Glasflächen müssen zum Schutz vor Vogelschlag also großflächig markiert werden, z. B. durch streifenförmige Aufkleber in einem Abstand von maximal 10 Zentimetern.

Einfache Maßnahmen:

Einfache Maßnahmen können einen gewissen Schutz vor Vogelschlag an Glasflächen bieten:

  • Jalousien, Rollos, Faden- oder Lamellenvorhänge
  • Insektengitter
  • Schaufensterdekorationen 

Ihre Ansprechpartnerin

Ann Kristin Montano

Öffentlichkeitsarbeit & Naturschutz
E-Mail schreiben Tel.: 0431 66 060-40

BUND-Fachtagung

Der BUND-Landesverband Nordrhein-Westfalen hat sich in seiner Fachtagung 2018 intensiv mit Vogelschlag an Glas auseinandergesetzt. Diese Inhalte sind auch für Schleswig-Holstein gültig.

Alle Vorträge und Ergebnisse können hier eingesehen werden:

Fachtagung Vogelschlag

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