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BUND-Landesverband Schleswig-Holstein e.V.

Stickige Luft in Kiel

05. Dezember 2019 | Mobilität, Umweltgifte, Landespolitik, 40 Jahre BUND SH

Stickoxide (NOx) schädigen die Lungen. Dies gilt insbesondere bei Vorerkrankungen wie Asthma oder Diabetes. In Kiel werden die Grenzwerte nach wie vor an mehreren Straßenabschnitten überschritten.

Der Stadtluftreiniger am Theodor-Heuss-Ring in Kiel. Um die schädlichen Abgasbestandteile der Autos aus der Luft zu filtern, wurde der Apparat auf dem Fahrradweg platziert.

Um den Theodor-Heuss-Ring tobt ein Streit (siehe dazu auch: BUND und VCD fordern Dieselfahrverbote schon vor einem Gerichtsurteil), da die Stadt seit 2010 viele Jahre die jährlich gemittelte Überschreitung des Grenzwertes von 40 Mikrogramm pro Kubikmeter geduldet hat, ohne Gegenmaßnahmen zu ergreifen. Bei über 110.000 Kfz pro Tag auf dem Theodor-Heuss-Ring, gibt es dort natürlich auch unerträglichen Lärm und sehr viel Feinstaub. Erst 2019 wurde sie wegen der Grenzwertüberschreitungen am Theodor-Heuss-Ring aufgrund der Klage der Deutschen Umwelthilfe (DUH) aktiv.

Was ist seitdem passiert?

Es wurden bereits Lkw-Verkehre umgeleitet, Tempo 50 eingeführt und einige Straßen von der Zufahrt abgehängt. Diese Maßnahmen haben zusammen mit dem kälteren Jahr 2019 zu sinkenden NOx-Werten geführt. Der Jahresgrenzwert für Stockstoffdioxid (NO2) liegt aber immer noch deutlich über dem Grenzwert. Ob der jetzt vom Umweltministerium vorgestellte und am 21.1.2020 von der Stadt Kiel zugestimmte Luftreinhalteplan wirklich Diesel-Fahrverbote verhindern kann, wird das Oberverwaltungsgericht in Schleswig entscheiden. Der BUND hatte, wie auch andere Umweltverbände, bereits im Sommer 2019 in seiner Stellungnahme den neuen Entwurf des Luftreinhalteplans des Landes als unzureichend kritisiert. Ende November bestätigte der Umweltminister dies indirekt: Die bisherigen Maßnahmen der Verkehrsumleitung und auch weitere Maßnahmen wie eine Ampel als Zuflusssteuerung am sogenannten „Überflieger“ würden nicht zur Einhaltung der Grenzwerte führen.

Aber eine Unterschreitung der Grenzwerte bedeutet nicht, dass die Schadstoffe nicht wirksam sind! Je weniger, desto besser! Sollten wie verlautet die Weltgesundheitsorganisation WHO und in Folge auch die EU die Grenzwerte für Feinstaub und Stickoxide senken, wird die Debatte weiter an Schärfe gewinnen.

 

Weiterführende Links zum Thema

Eine interaktive Karte des NDR von 2019 zeigt eine Übersicht von NOx Messergebnissen aus dem ganzen Land: Zu den Ergebnissen

Das Umweltbundesamt zeigt alle Luftwerte auf: www.umweltbundesamt.de/daten/luft/luftdaten

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