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BUND-Landesverband Schleswig-Holstein e.V.

BUND fordert: Generelles Tempolimit auf Autobahnen einführen!

16. Oktober 2019 | Mobilität, Klimawandel, Landespolitik

Die Abgeordneten des Deutschen Bundestags haben an voraussichtlich diesem Donnerstag den 17. Oktober, die einmalige Gelegenheit, ein klares Zeichen für den Klimaschutz zu setzen und noch in diesem Jahr ein generelles Tempolimit auf Autobahnen zu beschließen. Damit würde der Bundestag nach über 30 Jahren irrationaler Widerstände deutsche Straßen sicherer machen und den CO2-Ausstoß des Autobahnverkehrs deutlich verringern.

Autobahn  (Foto: N. Vennekötter / pixabay.com )

„Auch die schleswig-holsteinischen Bundestagsabgeordneten können sich nun für ein Tempolimit in Schleswig-Holstein und für den Klimaschutz einsetzen. Dann gäbe es auch für die A7 keine Diskussionen mehr über ein Tempolimit“, so Kirsten Kock, Mobilitätsreferentin beim Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland, Landesverband Schleswig-Holstein. Es gab bereits Vorstöße aus der Landespolitik für ein Tempolimit auf der A7, die aber mit Verweis auf die Bundesebene nicht vom Land angeordnet werden konnten.

Das Bündnis aus Deutscher Umwelthilfe, ökologischem Verkehrsclub VCD, Verbund Service und Fahrrad e.V. (VSF), HannovAIR Connection, Allgemeiner Deutscher Fahrrad-Club (ADFC), Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland BUND, Initiative für sichere Straßen, Verkehrsunfallopferhilfe (VOD), Changing Cities und der Gewerkschaft der Polizei NRW fordert die Abgeordneten des Deutschen Bundestages auf, die Chance auf mehr Klimaschutz und größere Verkehrssicherheit zu nutzen und in freier Abstimmung ohne Fraktionszwang für den Klimaschutz zu stimmen. Die Abgeordneten sollten bei dieser, für den Klimaschutz fundamental wichtigen Entscheidung, nur ihrem Gewissen und den Wählern verpflichtet sein und nicht den Autokonzernen.

"Die Bundesregierung hat ein Klimaschutzgesetz vorgelegt, das seinen Namen nicht verdient. Mit dem mutigen Beschluss zur Einführung eines generellen Tempolimits könnte der Bundestag ein Zeichen setzen und eine konkrete, kostenneutrale und sofort wirksame Maßnahme zur CO2-Einsparung im Straßenverkehr beschließen. An der Entscheidung für oder gegen ein Tempolimit lässt sich die Glaubwürdigkeit jedes einzelnen Abgeordneten für oder gegen den Klimaschutz ablesen", so das Bündnis. Zudem gehöre das Tempolimit zu einer zentralen Maßnahme, um das beschlossene Ziel der "Vision Zero" zur Reduzierung der Verkehrstoten auf deutschen Straßen wirksam zu erreichen.
Deutschland ist das einzige Industrieland weltweit ohne generelles Tempolimit auf Schnellstraßen – obwohl so viele Menschen wie nie zuvor ein Tempolimit fordern. 57 Prozent sprechen sich für ein Tempolimit aus, lediglich 42 Prozent sind dagegen, so eine Forsa-Umfrage aus dem Sommer 2019. Dies zeigt, dass in der Bevölkerung die faktenbasierten Argumente längst angekommen sind und die guten Erfahrungen aus dem europäischen Ausland überzeugt haben.

Ohne ein Tempolimit wird Deutschland seine Klimaschutzverpflichtungen nicht einhalten können. Darüber hinaus schadet die Bundesregierung dem Wirtschaftsstandort Deutschland, wenn sie sich weiterhin gegen ein Tempolimit sperrt. Denn dieses ist Grundvoraussetzung für die nötige Verkehrswende, die unter anderem auf elektrische und teilautonome Mobilität setzt.

Im aktuellen Koalitionsvertrag hat sich die Regierung mit der "Vision Zero" zum Ziel gesetzt, die Zahl der im Straßenverkehr Getöteten bis 2020 um 40 Prozent zu reduzieren. Im Jahr 2019 ist erst ein Drittel des Weges erreicht. Auf den deutschen Autobahnen ist die Zahl an Verkehrstoten zudem wieder angestiegen, zwischen 2016 und 2018 um fast zehn Prozent (424 zu 393). Ein Tempolimit trägt dazu bei, die bestehende Lücke zu schließen und zahlreiche Menschenleben zu retten.
"Auch in Deutschland muss das Schaufahren gegen Klimaschutz und Verkehrssicherheit endlich ein Ende finden. Wir brauchen keine rührseligen Plakate des Bundesverkehrsministeriums, bitte nicht zu rasen. Was wir brauchen, ist die Umsetzung des Willens der Bürgerinnen und Bürger, die sich mit klarer Mehrheit für ein verbindliches Tempolimit auf Autobahnen aussprechen", so die Verbändeallianz.

Pressekontakt:
Kirsten Kock, Referentin für Mobilität und Klima, BUND Schleswig-Holstein
Telefon: 0431/66060-41, E-Mail: kirsten.kock@bund-sh.de
Thilo Pfennig, Mitarbeiter Mobilität, BUND Schleswig-Holstein, praktikum.mobilitaet@bund-sh.de

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