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BUND-Landesverband Schleswig-Holstein e.V.

BUND fordert verbindliche Schutzmaßnahmen in Schleswig-Holstein, um Artenvielfalt zu erhalten

21. Mai 2019 | Naturschutz

Zum Internationalen Tag der Biologischen Vielfalt appelliert der Umweltverband an die Landespolitik, dem drastischen Rückgang der Arten Einhalt zu gebieten.

Kiel: Angesichts des Internationalen Tags der Biologischen Vielfalt am 22.05.2019 betrachtet der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) in Schleswig-Holstein den immer stärker anwachsenden Artenverlust mit großer Sorge. Weltweit könnten bis zu eine Million Arten in den nächsten Jahrzehnten aussterben, in Deutschland gelten über 7.000 Tierarten als gefährdet oder sind akut vom Aussterben bedroht. Die UNO bewertet diesen Massenexodus als die größte Bedrohung für die Menschheit - mehr noch als den Klimawandel. Auch in Schleswig-Holstein sieht es düster aus: Bei Pflanzen ist laut Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume beinahe jede zweite Art betroffen, bei Tieren immerhin noch jede dritte bis jede zweite Art, abhängig von der jeweiligen Tiergruppe. Die Gründe dafür lassen sich vor allem auf die intensive Landwirtschaft, die Beeinträchtigung und Verinselung der Lebensräume und die Versiegelung von Flächen zurückführen.

„Die biologische Vielfalt sollte am heutigen Tage mit Freuden gefeiert werden, die aktuelle Entwicklung ist aber ein reines Trauerspiel.“ erklärt Ann Kristin Montano, Referentin für Naturschutz im BUND. „Es ist wieder dasselbe Muster. Wo mutiger und entschlossener Einsatz für Umwelt und Klima seitens der Politik und Wirtschaft gefordert wäre, wird herumgedruckst und Verantwortung abgeschoben. Entsprechend wird das wiederholt verkündete Ziel für den Stopp der Artenverluste regelmäßig verfehlt und hinaus geschoben. Den Bürger*innen Schleswig-Holsteins wird somit ihr Recht auf intakte Natur verwehrt.“

„Erfolge bei einzelnen Arten wie Seeadler und Kranich stehen in Schleswig-Holstein massive Verluste und Rückgänge vor allem von Arten der Agrarlandschaft gegenüber. Zum Beispiel bei Feldlerche, Kiebitz und Rebhuhn. Verursacht werden sie in erster Linie durch die intensive Landwirtschaft, aber auch durch den  Bau von immer neuen Siedlungen und Straßen.“ sagt Reinhard Degener, stellvertretender Sprecher im BUND-Arbeitskreis Naturschutz. „Eine klare Bekenntnis zur Artenvielfalt und eine verbindliche Landesstrategie zur biologischen Vielfalt mit messbaren Zielen muss umgehend durch das Land erfolgen. Dazu gehört die zügige Umsetzung eines Biotopverbundnetzes als „Grüne Infrastruktur“ des Landes.“ Die aktuell stattfindende Überarbeitung des Landesentwicklungsplans für Schleswig-Holstein sieht eine starke Ausweitung von Baumaßnahmen für Siedlungs- und Verkehrsflächen auf Kosten der natürlichen Ressourcen vor. Die Belange des Arten- und Lebensraumschutzes bleiben dagegen weitgehend unverbindlich und damit unwirksam.
Der BUND Schleswig-Holstein fordert die Aufstellung einer verbindlichen Landesstrategie für den Schutz und die Wiederentwicklung der Biologischen Vielfalt. Zudem muss bei  Bauvorhaben ein echter funktionaler und ortsnaher Ausgleich für die Eingriffe in Natur und Umwelt  stattfinden. Dabei muss über Kontrollen sichergestellt werden, dass Ausgleichsmaßnahmen tatsächlich umgesetzt werden.

Pressekontakt:
Ann Kristin Montano, Referentin für Öffentlichkeitsarbeit und Naturschutz, BUND Schleswig-Holstein, Telefon: 0431 66 060 51, E-Mail: annkristin.montano@bund-sh
Reinhard Degener, stellvertretender Sprecher im BUND-Arbeitskreis Naturschutz, BUND Schleswig-Holstein

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