BUND-Landesverband Schleswig-Holstein e.V.

Tag der Biologischen Vielfalt: Arten und Lebensräume schützen!

20. Mai 2020 | Landespolitik, Naturschutz, Stadtnatur

BUND Schleswig-Holstein setzt sich am Welttag der Biologischen Vielfalt für rücksichtsvolleren Umgang mit Arten und Lebensräumen ein.

Entstehung eines Neubaugebietes  (Merlin Michaelis / BUND SH)

Kiel. Der Verlust der Biodiversität ist, gemeinsam mit der voranschreitenden Klimakrise, eines der drängensten Probleme auf der Erde. Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland, Landesverband Schleswig-Holstein (BUND) fordert daher am Internationalen Tag der Biologischen Vielfalt, 22. Mai 2020, konsequentere Beschlüsse der agrar- und innenpolitischen Entscheidungsträger*innen Schleswig-Holsteins zum Schutz von Arten und Lebensräumen im nördlichsten Bundesland. Hauptsächlich verantwortlich für das Artensterben ist, laut Weltbiodiversitätsrat der Vereinten Nationen, der Mensch – z.B. durch industrielle Landwirtschaft mit Monokulturen und Pestiziden, durch das Verschärfen der Klimakrise sowie durch fortschreitenden Flächenverbrauch. Bis zu einer Million Arten sind weltweit vom Aussterben bedroht.

„Der Facettenreichtum der Natur stellt unser Leben so wie wir es kennen, sicher. Wenn eine Art aus dem Nahrungsnetz schwindet oder wenn Lebensräume in großem Maße beeinträchtigt werden, sind die Folgen für das ganze ökologische System – damit auch den Menschen – unvorhersehbar.“, befürchtet Ann Kristin Montano, Naturschutzreferentin beim BUND Schleswig-Holstein. „Erschreckend daran ist, dass das längst bekannt ist und trotzdem weitergemacht wird, wie bisher. Freiwillige Ansätze, wie z.B. das Blühflächenprogramm in Schleswig-Holstein, sind ein schöner erster Schritt zum Wohlfühlen, doch wirklicher Fortschritt wird erst entstehen, wenn durch Agrar- und Flächenverbrauchspolitik Anreize gesetzt werden, so richtig das Ruder herumzureißen!“

Das bekannteste Beispiel für den immensen Verlust biologischer Vielfalt mit Auswirkungen auf den Menschen ist der Rückgang vieler Insektenarten, darunter diverse Wildbienenarten, durch die industrielle Agrarwirtschaft. In Schleswig-Holstein gehören z.B. die Uferschnepfe und der Kiebitz zu den bedrohten Arten. Dies liegt vor allem an der Zerstörung und Nutzung ihrer Lebensräume.

„Flächenverbrauch zerstört Lebensräume! Und ohne Lebensraum kein Leben.“, empört sich Merlin Michaelis, Leiter des von BINGO – die Umweltlotterie geförderten BUND-Projekts „Versiegelung Stoppen!“. „Die Flächenverbrauchspolitik in Schleswig-Holstein ist – gelinde gesagt – unter aller Sau! Dabei soll bis spätestens 2050 das Flächenverbrauchsziel von Netto-Null erreicht werden. Hier ist jetzt deutlich mehr Bereitschaft, auch seitens aller Parteien nötig, die Gesetzeslage hin zum Flächenkreislaufsystem zu ändern.“ Der Flächenverbrauch in Schleswig-Holstein beträgt immer noch mehr als 3 Hektar pro Tag.

Pressekontakt BUND SH: Ann Kristin Montano, Referentin für Öffentlichkeitsarbeit und Naturschutz, BUND SH, annkristin.montano@bund-sh.de, Tel.: 01525/3789231

Kontakt Thema Flächenverbrauch und Versiegelung:
Merlin Michaelis, Referent für Flächenverbrauch und Projektleitung „Versiegelung Stoppen!“, BUND SH, merlin.michaelis@bund-sh.de, Tel.: 0152/25900312

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