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BUND-Landesverband Schleswig-Holstein e.V.

BUND fordert zum Vorhabenkatalog Flächenrecycling der Landesregierung: Kommunen in die Pflicht nehmen!

07. Mai 2020 | Landespolitik, Lebensräume, Stadtnatur, Stellungnahmen

Kiel. Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland, Landesverband Schleswig-Holstein (BUND) begrüßt den seitens der Landesregierung beschlossenen Maßnahmenkatalog für eine Einschränkung der zunehmenden Flächenversiegelung. Hierdurch sollen zum Beispiel Bundeswehrflächen und belastete Industrieflächen einfacher überplant werden können.

Entstehung eines Neubaugebietes  (Merlin Michaelis / BUND SH)

In Schleswig-Holstein werden täglich Flächen im Ausmaß von fast fünf Fußballfeldern in Siedlungs- oder Verkehrsfläche umgewandelt. Die Bundesregierung strebt bis 2050 das Flächenverbrauchsziel Netto-Null (Flächenkreislaufwirtschaft) an, womit sie eine Zielsetzung der Europäischen Kommission aufgegriffen hat. Schleswig-Holstein will den Verbrauch bis 2030 um 60 % auf 1,3 Hektar täglich verringern.

Den größten Einfluss auf den Flächenverbrauch hat aktuell das Versiegeln von noch unbebauten Flächen mit Einfamilienhäusern und Gewerbegebieten. Der BUND fordert die Landesregierung auf, ihr Flächenverbrauchsziel mithilfe positiver Anreize und politischer Vorgaben zu unterstreichen. Die Landesregierung muss nun am Ball bleiben, die angekündigten Maßnahmen konsequent umsetzen und Entsiegelungen mutiger angehen.

„Es ist ein positives Signal, dass die Landesregierung endlich Maßnahmen zur Reduzierung der Versiegelung auf den Weg bringt.“, sagt Merlin Michaelis, Leiter des von BINGO! – die Umweltlotterie geförderten BUND-Projekts „Versiegelung stoppen!“. „Bisher hat sich die Landesregierung beim Thema Flächenverbrauch nicht mit Ruhm bekleckert. Vor allem bei der Fortschreibung des Landesentwicklungsplanes hat sie bisher kein Wille gezeigt, den Flächenfraß nachhaltig zu reduzieren. Viel mehr noch: Kommunen, die bisher über die Stränge geschlagen haben, wurden durch die Regelungen noch begünstigt.“ Der Landesentwicklungsplan bildet die Grundlage für die räumliche Entwicklung in Schleswig-Holstein. Hier können übergeordnete Maßnahmen festgelegt werden, um z.B. den Fläschenverbrauch zu reduzieren. Die Landesregierung hat sich jedoch 2018 dazu entschlossen die ehemals regulierte wohnbauliche Entwicklung in den Kommunen quasi freizugeben.

„Was wirklich angegangen werden muss – und das kann beim aktuellen Bau-Wahn nur durch gesetzliche Regelungen erfolgen – ist die Reduzierung des Bauens auf der grünen Wiese.“, so Michaelis weiter. „Mit der Revitalisierung von Brachflächen allein kann dem zerstörerischen Trend nicht begegnet werden. So viele Militärflächen gibt es in Schleswig-Holstein gar nicht.“

BUND-Forderungen:
• Schnelle und konsequente Umsetzung der angekündigten Flächenrecyclingmaßnahmen
• Mittelfristige Strategie für einen Netto-Null-Flächenverbrauch mit regelmäßiger Überprüfung:
• Boden ist nicht vermehrbar: Deshalb braucht es gesetzliche Vorgaben damit Bauplanungen nur noch bei gleichwertigen Entsiegelungsmaßnahmen genehmigungsfähig werden

Pressekontakt BUND SH:
Ann Kristin Montano, Referentin für Öffentlichkeitsarbeit und Naturschutz BUND SH,
annkristin.montano(at)bund-sh.de, Tel.: 01525/3789231
Merlin Michaelis, Projektleiter „Weniger ist mehr – Versiegelung stoppen!“,
merlin.michaelis(at)bund-sh.de, Tel.: 0152/25900312

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