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BUND-Landesverband Schleswig-Holstein e.V.

Stadtbäume

Sie filtern die Luft, versorgen uns mit lebensnotwendigem Sauerstoff und spenden natürlichen Schatten. Stadtbäume erhöhen unsere Lebensqualität und bedürfen besonderem Schutz.

Sie stehen in privaten Gärten, an Straßen und Parkplätzen, in kommunalen Parks und Grünanlagen, auf Friedhöfen und in Kommunalwäldern - Bäume spielen besonders in der Stadt eine wichtige Rolle: Sie bringen ein Stück Natur in die oft eintönigen und versiegelten Siedlungsräume und steigern durch ihre vielfältigen Wohlfahrtswirkungen die Lebensqualität der hier lebenden Menschen.  

Aber das ist noch nicht alles:

  • Bäume sind Lebensraum für Vögel, Insekten und Kleinsäuger
  • Bäume produzieren Sauerstoff
  • Bäume filtern Schadstoffe und Staub aus der Luft
  • Bäume dämpfen (Verkehrs-)Lärm
  • Bäume regulieren das städtische Klima
  • Bäume schützen den Boden
  • Bäume sorgen für sauberes Wasser

Stadtbäume in Not

Von Straßen bedrängte und umzingelte Stadtbäume. (Pixabay)

Trotz dieser positiven Eigenschaften ist die Zahl der Stadtbäume in vielen deutschen Städten und Gemeinden eher rückläufig. Ein Großteil der Bäume fällt menschlichen Ordnungsvorstellungen zum Opfer. Zudem werden sie als Sicherheitsrisiko dargestellt oder durch Bauvorhaben bedroht. 

In Zeiten knapper Kassen sparen Kommunen oft an fachgerechter Baumpflege und gefährden so die Zukunft unserer Stadtbäume. Häufig werden sie aus Gründen der Verkehrssicherheit vorschnell gefällt. Dabei könnten bei sorgsamer Diagnose im Einzelfall Bäume gerettet werden. In Parks und an Straßen werden Bäume oftmals unnötigerweise stark beschnitten, was den Wert der Bäume als Lebensraum für viele Tierarten erheblich mindert.

Auch eingesetzte Pestizide und das Streusalz im Winter schädigen die Bäume. Und weil es an Geld mangelt, werden fehlende Bäume heutzutage oft nicht mehr ersetzt.

Bäume haben es nicht nur auf öffentlichen Flächen schwer, ihr natürliches Höchstalter zu erreichen. Auch in Privatgärten kommt es häufig zu vorzeitigen Fällungen. Ein Grund ist z. B. der Streit mit Nachbarn über abfallendes Laub oder Schattenwurf.  

Besonderheiten von Straßenbäumen

Typische Straßenbäume in der Großstadt. (Pixabay)

Aber auch wenn die Bäume in unseren Kommunen nicht aus obig genannten Gründen vorzeitig der Säge zum Opfer fallen würden, erreichen Bäume im Straßen- und Siedlungsraum generell nur einen Bruchteil des Alters, das sie in der freien Landschaft erreichen würden. Dies liegt an den besonderen und zumeist schwierigen Standortfaktoren in der Stadt:

  • Versiegelte und verdichtete Böden
  • Zu kleine Baumscheiben
  • Nährstoffarmut
  • Wassermangel
  • Schadstoffe durch Verkehr, Streusalz und Hundekot/-urin
  • Verletzungen der Rinde durch Baumaßnahmen und Straßenverkehr
  • Erhöhte Temperaturen durch Aufheizung von Straßen und Fassaden, v.a. im Sommer 

Schutz unserer Stadtbäume

Zum Baumschutz können alle in Schleswig-Holstein beitragen: Kommunen, Privatleute, Firmen und Vereine. Dabei fängt der Schutz nicht beim Verbot von Baumfällungen an, sondern bei der richtigen Pflege und Erhaltung.

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Kommunen

sollten bei der Pflege von Stadtbäumen und der Bewirtschaftung von Stadtwäldern eine Vorbildfunktion einnehmen. Dazu gehört beispielsweise:

  1. Erhalt der Stadtbäume durch bessere Pflege und schonendere Behandlung
  2. Verzicht bzw. sparsamer Einsatz von Streusalz
  3. Sachgemäße Nachpflanzung bei Ausfällen von Straßen- und Parkbäumen
  4. Neupflanzung von Bäumen an neu angelegten Straßen und an bestehenden, baumlosen Verkehrswegen 
Privatleute

können ebenfalls etwas zum Baumschutz beitragen: 

  1. Dies beginnt bereits bei der Auswahl der richtigen Baumart - Einheimische Gehölze sind zu bevorzugen, da sie mit den Lebensbedingungen vor Ort besser zurechtkommen als Exoten und die Tierwelt an heimische Pflanzen angepasst ist.
  2. Bedenken Sie, dass Bäume Platz brauchen und der kleine Setzling in einigen Jahrzehnten ein Vielfaches an Höhe sowie an Kronen- und Wurzelvolumen gewinnen wird. Sie sollten sich vor der Pflanzung informieren, wie groß der ausgewachsene Baum werden kann und den Standort dementsprechend auswählen. Dabei müssen Sie auch den entsprechenden Wurzelraum einplanen, damit die Wurzeln einige Jahre nach der Pflanzung keine Schäden an Gebäuden oder Wegen hervorrufen.
  3. Standortgerechte Bäume brauchen in der Regel nicht künstlich gedüngt werden. Abgefallenes Laub kann man als natürlichen Dünger wie im Wald an Ort und Stelle, also unter dem Baum, belassen.
  4. Verzichten Sie in Ihrem gesamten Garten auf Pestizide. Sie schädigen nicht nur "Schädlinge", sondern auch Nützlinge.
  5. Als Eigentümer eines Baumes tragen Sie viel Verantwortung - für den Baum und die darauf lebenden Tiere, aber auch für die Sicherheit Ihrer Mitmenschen. Sie haften als Eigentümer für Schäden, die z. B. durch herabfallende Äste des Baumes an der Grundstücksgrenze entstehen können. Sie sollten solche Baume deshalb regelmäßig auf ihre Standfestigkeit, Krankheiten oder tote Äste kontrollieren.  

Ihre Ansprechpartnerin

Ann Kristin Montano

Netzwerk Streuobstwiesen
E-Mail schreiben Tel.: 0431 66 060-40

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